Thailand Urlaub Trauer

Urlaubstrauer in Thailand

Dass es sich lohnt, nach Thailand zu reisen, will sie zeigen. Zu den Trauernden gehörten auch die (von links): Ex-US-Präsident Bill. Viele, die seinen Urlaub im sonnigen Thailand verbringen wollen. und Red Bull wollten auf ihren alkoholgeladenen Urlaub trinken.

Trauernde Thailand: Was Urlauber bedenken müssen

Die Rucksacktouristen Julie und Maria aus der Schweiz, 18 und 19 Jahre jung, sind die Einzige, die noch da sind. Sie sind ganz in Schwarz gekleidet und setzen oder knieen sich auf den Untergrund. Leute steigen wieder auf, Julie und Maria können auch weitermachen. In Thailand wurde der über 70 Jahre auf dem Königsthron sitzende Herrscher wie ein Halbblut angebetet - die Trauer ist nun dementsprechend groß.

Das Militär hat ein Jahr der nationalen Trauer verhängt, die Thais trauern beinahe durchgehend in schwarzer Farbe. Die ersten 30 Tage nach Bhumibols Tode wurden alle Partys gestrichen, den Besuchern wird empfohlen, sich anzuziehen und sich höflich zu benehmen. Knapp zwei Monaten nach Bhumibols Tode regiert immer noch der Notstand um den Großen Palast, Bangkok's wichtigstes Wahrzeichen.

Jeden Tag stehen vor dem Tor mehrere tausend Thais, um sich von dem König zu verabschieden, der noch mehrere Monat im Thronraum liegt, bis zur Verbrennung. Da die Wartezeiten etwa zehnstündig sind, fordern die Behoerden die Touristen auf, sich nicht anstellen zu muessten. Auch die Autos der königlichen Familie blockieren regelmässig Straßen - sowohl die Einheimischen als auch die Besucher stehen aus Rücksicht auf die Bewohner Minuten auf dem Boden.

Besonders deutlich wird die gemeinsame Trauer auf dem Sanam-Luang-Platz, einem zwölf ha großen Freigelände vor dem Bau. Ein zweiter Einblick zeigt die Unterschiede: Die Menschen trauern in Trauerbekleidung, das Futter wird gratis ausgegeben und die riesigen Bildschirme stellen die buddhistischen Bestattungsriten dar. "Julie, die wie ihre Bekannte aus Genf kommt, wusste, dass der King tot ist."

"Er sagt, ich fühle mich unter all den Leuten, die schwarze Kleidung haben, recht deplatziert." "Außerhalb des Königspalastes geht das thailändische Land trotz der Trauerzeit von einem Jahr weiter. Das Fremdenverkehrsamt TAT verdeutlicht, dass die Kleiderordnung, die in Büroräumen und vielen Büroräumen eingerichtet wurde, nicht zwingend auch für Feriengäste gilt: Das Trauern in Schwarzweiß ist für sie nicht obligatorisch, heisst es in einer Empfehlungsliste für die Zeit der Trauer.

"Ein TAT-Repräsentant sagt: "Touristen müssen nicht in Schwarz an den Strand". Tourismusminister Kobkarn Wattanavrangkul unterstreicht auch, dass es trotz der Staatstrauer praktisch keine Beschränkungen für Reisende nach Thailand gibt. "Man hat mich schon einmal gebeten, in Thailand ein Gläschen Rotwein zu trinken", sagte sie Ende November, als sie als erstes Kabinettmitglied der regierenden Junta im ausländischen Korrespondentenclub Fragen beantwortete.

Dass es sich lohnt, nach Thailand zu reisen, will sie beweisen. Der Staat befindet sich in einem Dilemma: Er will nicht über Nacht auf die Agenda gehen, aber er will die für das ganze Lande so bedeutsamen Urlauber nicht erschrecken. Bei den Ferienhochburgen dominieren eindeutig die Belange der Reisebranche.

Am Ende des ersten Monats der Trauer scheint es so zu sein wie früher. Selbst der Handel, der für das ehrfürchtige Jahr der Trauer wohl am ungünstigsten ist, ist wieder auf Kurs: Im Soi Cowboy in der Red Light Street in Bangkok erwarten die Kunden vor den Striptease Bars zig leicht gekleidete Frauen. Schließlich sind die kleinen Schürzen alle ganz und gar dunkel.

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