Berliner Theater

Berliner Theater

Andere Theater bringen große Ensembles ins Haus, die sich für den Rest des Jahres auf anderen Bühnen engagieren. Theater-Treffen 2018: Was ist mit den Berliner Theatern? - Bildung einer Zivilisation

Eine Kolchose, die sich seit letztem Jahr als Vertreterin der Besetzer der Volksbühnen sieht, hat vor wenigen Tagen dazu aufgerufen, die weitere Entwicklung der Volkswagenbühne vorzustellen. In den kommenden Wochen werden sich solche Meinungen aus verschiedenen Gruppierungen der Hansestadt auftürmen, während der eine oder andere Anwärter, der eine oder andere, bereits ins GesprÃ?ch kommt und Forderungen an die GeschÃ?ftsfÃ?hrung der VolksbÃ?hne in Dercon stellt.

Allerdings kann man nicht wirklich davon ausgehen, dass der kulturpolitische Sachverstand und die Erkenntnis, die die katastrophale Fehlentwicklung bei Chris Dercon an der Wiener Volksschule ausgelöst haben, wirklich ausgeräumt ist. Kultur-Berlin tut gut daran, den zukünftigen Volkswagen Konzern mit einer Untersuchung der Berliner Bühnenlandschaft zu verbinden.

Zu dieser Zeit stellte sich die Fragestellung, wie für die Theater in Osten und Westen Profil, Zielsetzung und Aufgabe zu formulieren sind, die nach der Öffnung der Mauer möglicherweise von einer Schließung bedroht sind. Unter dem schmalen Namen "Über die Zukunft der Berliner Theater" erhielt der Berliner Stadtsenat einen Beitrag zur Rettung der Theater.

Eine fünfköpfige Leitung des Berliner Ensembles war ein toller Reinfall, während sich ihr Antrag, Frank Castorf an die Nationalbühne zu holen, als eine historische geniale Vorstellung erweist. Welche Portraits, Zielsetzungen und Aufgabenstellungen haben die Berliner Theater heute? Man sollte sich auch klar überlegen, ob die Berliner Kulturhäuser des Bundes im Moment ihre Arbeit gut machen.

Allzu oft steht das Berliner Festspielhaus über das Jahr hinweg still, nachdem der künstlerische Leiter Thomas Oberender die klassische Gastspielfunktion des Theaters für große internationale Theaterformate zugunsten kleinteiliger Arbeiten abgegeben hat. Bei der Darstellung internationaler Bühnenereignisse in Berlin wird das Gesamtbild vollkommen durchsichtig. Die F.I.N.D.-Festspiele der Schaubühne ersetzen heute teilweise die bisherigen Festivalwochen, doch von Jahr zu Jahr muss sich das Wohnhaus am Lehner-Platz über die nötigen finanziellen Mittel Gedanken machen.

Mit seiner neuen gigantischen Inszenierung, die gerade läuft, hat er das Hamburger Thalia Theater blindlings ausgebucht; wird Berlin auch in Zukunft das Treffen mit dem wohl grössten Regietalent Europas auslassen? Die pompöse Phaedra-Suite eines Schauspielers von der Mythologie bis zur Moderne mit Isabelle Huppert in der Titelpartie, aufgeführt von Krzysztof Warlikowski, war in New York, London und Athen zu erleben, nicht aber in Berlin.

Der große Dompteur" des Choreographen Dimitris Paioannou ist in viele Staaten Europas gereist, aber nicht nach Deutschland oder Berlin. Joël Pommerats revolutionäres Epos "Ça ira (1) - Fin de Louis" gastierte auch in Brasilien, Kanada und der Schweiz, nicht in Berlin. All diese Werke - die sich leicht erweitern lassen - sind für das HAU und die anderen Berliner Festspiele viel zu umfangreich und aufwendig.

Inzwischen konzentriert sich das Filmfestival auf die sporadische Entwicklung eines eigenen Profils als Koproduzent kleiner Stücke in verschiedenen kleinen Räumlichkeiten der City in der populären Mischung aus Theater und bildender Künste. Für die weitere Entwicklung ist natürlich die Fragestellung, ob das Modell des klassischen Festivals auch heute noch funktionieren wird. Nahezu jedes Berliner Sporttheater hat ein eigenes kleines Repertoire zusammengestellt, vom F.I.N.D.-Festival der Berliner Philharmoniker über die Autorenentheatertage des Alten Theater bis hin zum Herbsalon des Gorkitheaters.

Offensichtlich sind die den Ensemble-Theatern angeschlossenen Feste aufgrund der Verbindung zu den entsprechenden Spiel- und Gedankenkulturen zur Zeit besser anerkannt als die Angebote der natürlich multidisziplinären und schwierig zu bestimmenden BKH. Doch je besser das Berliner Festspielhaus die Kunst der internationalen Bühne in der früheren Freie Volksschule darstellt, desto besser kann die Volksschule am Rosa-Luxemburg-Platz von solchen Fehlern verschont bleiben, die zu Chris Dercons Ernennung und seinem Misserfolg führten.

Am Ende des Theatertreffens und damit der Partei der deutschen Theaterlandschaft kann man über ein verbessertes Zusammenwirken der Berliner Staats- und Stadtbühnen zwischen der nationalen und internationalen Wahrnehmung des Theaters reflektieren, und warum nicht auf der Grundlage einer Arbeit wie der von Ivan Nagel damals.

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